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Bevor Sie meine Empfehlungen lesen möchte ich ganz ausdrücklich darauf hinweisen, daß zunächst die Sicherung der Diagnose nach gründlicher Untersuchung durch einen Spezialisten erfolgt sein muß. Nichts anderes hat so oft zu einer nicht selten tödlichen Verschleppung der Diagnose  Darmkrebs geführt wie der Satz: "Es sind bestimmt nur meine Hämorrhoiden!" 


Merke: Blut im Stuhl (auch in nicht sichtbaren Spuren) ist bis zum Beweis des Gegenteils (Spiegelung) immer verdächtig auf Darmkrebs. Auch Veränderungen der Stuhlgewohnheiten sind verdächtig!



DARMKREBSVORSORGE:

An dieser Stelle auch mein Aufruf: Nehmen Sie die Möglichkeit zur VORSORGEDARMSPIEGELUNG wahr. Es gibt keine bessere Krebsvorsorge. Jährlich erkrankt in Deutschland eine Stadt in der Größe Bambergs an Darmkrebs. Die Hälfte verstirbt daran. Ein Teil benötigt einen künstlichen Ausgang. Die Frühdiagnostik ist entscheidend und lebensrettend. Haben Sie keine Angst vor der Spiegelung. Durchgeführt von einem erfahrenen Untersucher, zu denen ich mich nach Tausenden von Untersuchungen zählen darf, ist sie sehr risikoarm. Unsere Praxis verfügt über alle Möglichkeiten bis hin zur Untersuchung im tiefen Dämmerschlaf (Analgoanästhesie), welcher von einem extrem erfahrenen ANÄSTHESISTEN (ehemaliger Oberarzt am Klinikum Nürnberg) eingeleitet und überwacht wird. Diese Möglichkeit ist natürlich nur bei spezieller Indikation erforderlich. Viele Patienten sind auch ganz ohne "Spritze" völlig schmerzfrei zu  untersuchen. Bei anderen genügt eine leichte Beruhigungsspritze. In einem persönlichen Gespräch werden wir die für Sie optimale Lösung finden. Weiterhin darf ich Ihnen versichern, daß unsere Praxis über eine optimale technische Ausstattung und höchste hygienische Standards verfügt. So waren wir als eine der ersten bayerischen Praxen HYGIENEZERTIFIZIERT und arbeiten mit Waschvollautomaten der neuesten Generation mit Einzelkanalreinigung. 



Richtiges Verhalten bei Enddarmproblemen:

Bitte achten Sie immer darauf, daß Ihr Stuhl "locker geformt" ist. Pressen und lange "Sitzungen" sowie sehr fester Stuhlgang müssen vermieden werden (Empfehlungen bei Verstopfung finden Sie weiter unten). Ebenso schädlich für den After ist flüssiger Stuhlgang, deshalb sollten auch übertriebene Abführmaßnahmen vermieden werden. Entscheidend wichtig ist reichlich Flüssigkeit und Ballaststoffreiche Kost (v.a. Obst und Gemüse, soweit vertragen: vgl. auch Fruchtzuckerunverträglichkeit).


Nach dem Stuhlgang am besten den After mit einem gebündelten lauen Duschstrahl gründlich ausduschen. Dabei vorsichtig mit Fingern aufhalten (Kurze Fingernägel!). Trocknen mit kühlen Fön oder mit unbedrucktem weichen Toilettenpapier abtupfen. Nicht scheuern! Meiden Sie Hygienefeuchttücher! Allergiegefahr!   


Hautpflege nach der Reinigung mit weicher Zinkpaste nach Rezeptur oder Penatencreme.


Frauen sollten bei Zeiten mit regelmäßiger Beckenboden- und Schließmuskelgymnastik beginnen (eine schriftliche Anleitung erhalten Sie in unserer Praxis).


Blut im Stuhlgang oder auffällige Veränderungen der Stuhlgewohnheiten sollten Sie immer Ihren Arzt mitteilen.



Weitere Maßnahmen bei Hämorrhoiden:

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen können Hämorrhoiden bis Grad 2 oft sehr effektiv durch eine Analdehneranwendung behandelt werden. Hierbei muß ein in der Apotheke erhältlicher Analdehner nach Bestreichen mit einer Hämorrhoiden Creme wiederholt (ca. 20 mal pro Sitzung) unter Überwindung des Schließmuskels vorsichtig (nicht über die Schmerzgrenze) in den After eingeführt werden. Dies in den ersten 2 bis 3 Wochen täglich zweimal, später dann auch durchaus 2 bis 3 mal die Woche dauerhaft, um einem Rezidiv vorzubeugen. Ziel der Behandlung ist den Abfluß des Blutes aus den Hämorrhoiden, der v.a. über Venen durch den Schließmuskel erfolgt, zu verbessern. Abschließend beläßt man den Analdehner noch etwas im After und kneift gegen seinen Widerstand 20 mal zu. Nun werden die Hämorrhoiden leergepumpt.


Diese Behandlung macht eine Verödung, Ligatur oder gar Operation der Hämorrhoiden nicht selten überflüßig. Andererseits ist sie in Ergänzung zu diesen Eingriffen i.d.R. wichtig, um einen dauerhaften Therapieerfolg zu gewährleisten.



Weitere Maßnahmen bei Analfissur:

Auch bei der Analfissur ist die Analdehnungsbehandlung entscheidendes Therapieprinzip. Die Dehnung kann durchaus auch mit dem Finger (kurze Fingernägel) erfolgen. Dieser wird unter Überwindung des Schließmuskels mit Creme bestrichen vorsichtig in den After eingeführt. Sodann wird 20 mal nach links und rechts gedehnt. Bei der Fissur kommen besondere Cremes zur Anwendung, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. Therapieprinzip ist hier die Überwindung des reflektorischen Schließmuskelkrampfes, der u.a. auch für die Schmerzen verantwortlich ist und das Verhindern einer vorzeitigen Verklebung der Fissur, was zur Fistelbildung führen kann. Leider sind Analfissuren sehr hartnäckig und müssen im chronischen Stadium nicht selten chirurgisch angegangen werden.


Auf Grund der durch Durchfälle häufigen analen Probleme empfiehlt sich bei chronsich entzündlichen Darmerkrankungen schon ein vorbeugende Analdehnerbehandlung, z.B. 2 bis 3 mal in der Woche.



Empfehlungen bei Verstopfung:

Basis der Therapie ist eine Flüssigkeits- und Ballaststoffreiche Kost. Besonders empfiehlt sich Obst und Gemüse, soweit vertragen. Die tgl. Trinkmenge sollte 2,5 l betragen, falls keine anderen Krankheiten diese verbieten. Körperliche Bewegung regt die Verdauung an (Verdauungsspaziergang).


Sehr hilfreich sind Ballaststoffpräparate die überwiegend auch mit viel Flüßigkeit eingenommen werden müssen (es gibt Ausnahmen). Besonders ergiebig sind gemahlene indische Flohsamenschalen erhältlich in Reformhaus oder Apotheke. Beginnen Sie einschleichend, da oft blähend. Anzustreben sind 2 x 1 EL in je 0,25 l Wasser. Die Einnahme kann nach dem Stuhlgang variiert und auch mal ausgesetzt werden, ist aber grundsätzlich langfristig gedacht. Die Einnahme darf nicht zusammen mit wichtigen Medikamenten erfolgen. Alternativen sind 2 EL Weizenkleie, Leinsamen etc.


Nächste Stufe wäre z.B. die Hinzunahme von Milchzucker (Lactulose) und / oder die Anwendung von Wasserklistieren. Bei einer speziellen "analen" Form der Verstopfung sind bestimmte Zäpfchen und Klistiere die wesentliche Therapie.


Ein guter Tipp ist auch ein großes Glas stilles Wasser rasch unmittelbar nach dem Aufstehen zu trinken. Dies kann über den sogenannten "Gastro-Colischen Reflex" Darmaktivität auslösen.


Abführmittel sind eine Notlösung und auch nur zusätzlich zu oben genannten anzuwenden. Sie können langfristig zu einem Teufelskreis führen, wenn auch ihre schädigende Wirkung wohl doch nicht so ausgeprägt ist, wie bislang angenommen. Am ehesten empfiehlt sich Macrogol.



Empfehlungen bei Divertikelkrankheit:

Divertikel sind Ausbuchtungen der Darmwand an bestimmten Schwachstellen und entstehen in Folge hohen Druckes im Darm oft zusammen mit Bindegewebsschwäche. Sie treten vor allem im unteren Teil des Dickdarmes auf. Ursache ist oft auch ballaststoffarme Kost. Gefürchtete Komplikationen sind Blutung und Entzündung die bis zum Darmverschluß oder einer Bauchfellentzündung mit hohem Fieber führen kann. Die Therapie entspricht weitgehend der der Verstopfung, wobei hier Ballaststoffe und reichlich Flüssigkit noch entscheidender ist. Nur im Entzündungsstadium müssen Ballaststoffe zu Gunsten einer strengen Schonkost (Suppe, Brei, Tee etc) gemieden werden.



Emfehlungen bei Sodbrennen / Refluxkrankheit:

Meiden Sie Fettes, Räucherwaren, scharf Gewürztes, Zitrusfrüchte, Süßigkeiten, Pfefferminze, Kaffee, Alkohol, Rauchen, Fruchtsäfte, Cola und Schokolade. Essen Sie häufig, aber kleine Portionen. Die letzte kleine Mahlzeit mindestens 3 bis 4 Std vor dem Schlafen oder Hinlegen. Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper. Der Erhöhungskeil sollte aber schon in Beckenhöhe beginnen. Versuchen Sie Streß zu reduzieren, tragen Sie keine zu enge Kleidung und vermeiden Sie Übergewicht.


Sind die Beschwerden hartnäckig sollte die Speiseröhre gespiegelt werden, da Komplikationen und ein erhöhtes Krebsrisiko drohen!



Wenn ich auch selbst nicht über die apparative Ausstattung verfüge Diagnostik bei Klein- und Kleinstkindern zu betreiben (über diese verfügt i.d.R. nur eine spezialisierte Kinderklinik) möchte ich Ihnen hier dennoch einige Informationen geben die Ihnen vielleicht weiter helfen:

Ihr Kind leidet unter Verstopfung mit Stuhlschmieren:

Um zu beurteilen, ob etwas ernsteres dahinter steht ist folgendes wichtig: Zeigt Ihr Kind Gedeihstörungen? Entwickelt es sich nicht altersgerecht? Leidet es häufig an Infekten? Ist der Bauch aufgetrieben? Fallen Ihnen ungewöhnliche Dinge im Bereich des Kreuzbeins, des Damms oder der Afterregion auf? Ist der After an einer ungewöhlichen Stelle? ... ja?... dann sollten Sie eine Kinderfachabteilung / Kindergastroenterologie aufsuchen! ... nein? ...Dann hat vielleicht irgend ein Ereignis (Bsp. Stuhlverhalt im Rahmen einer Reise, in der Schule, im Kindergarten) einen Verstopfungsteufelskreis ausgelöst (Verstopfung - Eindickung des Stuhles - Überdehnung des Enddarmes - Verlust des Entleerungsreflexes - Schmerzen bei der Entleerung der harten Kotballen - weiterer Stuhlverhalt mit unwillkürlichen Stuhlabgängen und Stuhlschmieren). Dieser Teufelskreis muß unterbrochen werden, zunächst mit sogenannten salinischen Klysmen, dann mit Lactulose (Kinder über 2 Jahre). Ihr Kind muß viel stilles Wasser trinken, Ballaststoffe zu sich nehmen (Obst, Sauerkraut z.B.), hingegen Weißbrot, Schokolade, Softdrinks meiden.

Sie haben Blut im Stuhl Ihres Kindes bemerkt:

... beruhigen Sie sich, Darmkrebs bei Kindern gibt es fast nicht (ebensowenig Hämorrhoiden). Dennoch muß die Ursache abgeklärt werden. Oft wird die Erklärung in kleinen Rissen in der Afterschleimhaut oder einer Entzündung der Haut um den After (Dermatitis) zu finden sein. Sollten Sie Ihr Kind gerade stillen und es kommt zu Durchfällen mit Blutfäden auf dem Stuhl könnte es sich, sofern Ihr Kind klinisch gesund wirkt, um eine allergische Darmentzündung handeln. Hier ist es erforderlich, daß die Mutter streng Kuhmilch in Ihrer eigenen Ernährung meidet. Die Beschwerden des Säuglings sollten dann innerhalb von 3 Tagen besser werden. Ich betone aber: Voraussetzung ist, daß es Ihrem Kind dabei gut geht.


Nach nunmehr 1/4 Jahrhundert, in dem ich mich mit Medizin befasse, möchte ich Ihnen einige allgemeine Empfehlungen für Ihre Gesundheit geben. In dieser Zeit sind viele Dinge geschrieben und dann zurückgenommen worden. Oft gab es Modetrends, oft Ratschläge man müsse dieses oder jenes in großer Menge zu sich nehmen oder tun. Nicht selten mußte später eingeräumt werden, dass die Empfehlung sogar schädlich, wenn nicht gefährlich war. Bestand, so meine Überzeugung, hat nur das "Ausgewogene". Alles was einseitig und extrem ist halte ich für verkehrt. Im Folgenden einige Punkte, von denen ich persönlich überzeugt bin:

  • Trinken Sie mind. 2,5 l Wasser am Tag, wenn keine andere Erkrankung dagegen spricht
  • Trinken Sie 0,33l Pils oder 0,15l Rotwein am Tag, nicht mehr
  • Essen Sie nur 2 bis 3 mal "rotes Fleisch" pro Woche, nicht zu fett
  • Essen Sie "mediteran" (Fisch etc, nicht Pizza und Pasta)
  • Essen Sie 5 Portionen Obst und Gemüse (ausgewogen) am Tag
  • Essen Sie öfter, dafür kleinere Portionen, essen Sie nicht zu spät
  • Rauchen Sie nicht
  • Treiben Sie 3x die Woche a 45 min. Sport
  • Meditieren Sie 20 min. täglich.
  • Denken Sie positiv und lachen Sie so oft wie möglich
  • Schlafen Sie 7 bis 8 Std. pro Nacht