Anmerkung: Ich empfehle Ihnen weitgehend auf laktosefreie Milchprodukte, erhältlich in jedem gut sortierten Supermarkt, umzustellen. So droht auch kein Kalziummangel. Ißt man auswärts können Laktase-Kautabletten eine praktikable Hilfe sein.
Wichtige Anmerkung zu Mangelzuständen bei Fruchtzuckerunverträglichkeit:
Jeder Arzt rät seinen Patienten mit Recht reichlich Obst und Gemüse zu essen. Es fällt uns nicht leicht im Falle einer intest. Fruktoseintoleranz hier zur Zurückhaltung raten zu müssen. In den allermeisten Fällen werden Sie dennoch bestimmte Obst- und Gemüsesorten in betimmten Mengen vertragen und so Ihren Bedarf an Vitaminen, Mineralien, Antioxydantien etc sättigen können. Auf diese sollten Sie verstärkt zurückgreifen. Im Falle einer schweren Fruktoseintoleranz mag es vorkommen, daß Sie gar kein oder deutlich zuwenig Obst essen können und nur dann sehe ich einen Grund die für Ihre Gesundheit sehr wichtigen Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse in Pillenform zuzuführen. Zunächst aber sollten Sie versuchen nach einer Phase strenger fruktosearmer und sorbitfreier Diät Lebensmittel mit geringem Fruktosegehalt nach und nach zu testen. So kann Obst mit hohem Traubenzuckergehalt verträglicher sein (Bsp. Aprikosen). Kombinieren Sie Obst mit Traubenzucker. Obst sollten Sie dann zu den Hauptmahlzeiten essen. Essen Sie soviel Gemüse wie möglich, wässern Sie es nicht und dünsten oder dämpfen Sie es nur kurz in wenig Flüssigkeit. Trinken Sie Mineralwässer, essen Sie Vollkornprodukte und probiotische Jogurts.
Und noch eine Buchempfehlung für Patienten, die sowohl eine Milch- wie auch eine Fruchtzuckerunverträglichkeit haben und gar nicht mehr wissen, was sie noch essen können: "Laktose, Fruktose" (Leseprobe) von H. Tutz und I. Kiefer, Kneipp Verlag. Es handelt sich hier um eine Rezeptesammlung.
Fruchtzuckerunverträglichkeit eine häufige und oft verkannte Ursache von Bauchschmerzen:
Sie haben oft Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfälle, Übelkeit, evtl. auch Kopfschmerzen und Schwindel? Diese Beschwerden treten bei Ihnen besonders nach Genuß von Obstsalat, Fruchtsäften, Kern- oder Trockenobst auf? Dann gehören Sie vielleicht zu den 30 bis 40% der mitteleuropäischen Bevölkerung die an einer intestinalen Fruktoseintoleranz (=Fruchtzuckerunverträglichkeit, Fruktose-Malabsorption) leiden.
Bei dieser Verdauungsstörung liegt eine Aufnahmestörung für Fruchtzucker (Fruktose) im Dünndarm vor. Der Fruchtzucker gelangt so in den Dickdarm, wo er durch Darmbakterien vergoren wird. Es resultieren Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfälle. Auch Kopfschmerzen, Schwindel und sogar Depressionen sollen hierin ihre Ursache haben. Viele Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose schon einen langen Leidensweg mit vielen oft wiederholten Untersuchungen hinter sich. Dies soll nicht heißen, dass vor der Diagnose einer Fruktose-Malabsorption nicht eine vernünftige Diagnostik erfolgen sollte. Speziell bei älteren Patienten, sowie bei „Warnsymptomen“ (Blut im Stuhl, Gewichtsabnahe, neu aufgetretene Veränderung der Stuhlgewohnheiten, familiäres Krebsrisiko etc.) sollte in jedem Fall eine endoskopische Abklärung (Magen- und/oder Darmspiegelung) erfolgen. Ist eine ernstere Erkrankung ursächlich aber ausgeschlossen, kann man sich beruhigt der Fruchtzucker- unverträglichkeit“ widmen. Wissen sollte man noch, dass niemand unbegrenzt Fruchtzucker verträgt, da der "Aufnahmemechanismus" bei jedem Menschen irgenwann erschöpft ist und dann je nach Empfindlichkeit Beschwerden auftreten können,... es handelt sich hier um keine "Krankheit". Unser Ziel ist die Patienten herauszufinden, die schon auf geringe Mengen Fruchtzucker mit teilweise erheblichen Beschwerden reagieren und diese diätetisch zu beraten.
Die Diagnostik ist mittels eines Atemtestes elegant möglich. Der Patient trinkt dabei eine definierte Menge einer Fruchtzuckerlösung und atmet 2 bis 3 Stunden in halbstündigen Abständen in ein spezielles Gerät, welches die Wasserstoffkonzentration der Atemluft misst. In unserer Praxis führen wir diesen Test, der analog auch bei der Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) Anwendung findet, 15 bis 20 mal in der Woche durch. In der Beurteilung des Testes ist es entscheidend, dass zum Anstieg des Messwertes auch die typischen Beschwerden einsetzen.
Ist eine „symptomatische“ Fruchtzuckerunverträglichkeit nachgewiesen heißt es Diät halten. Ein Medikament dagegen gibt es nicht. Je jünger der Erkrankte ist, desto größer ist die Hoffnung, dass sich die Verdauungsschwäche (ich vermeide bewusst den Begriff "Krankheit") spontan wieder verliert. Ansonsten gilt: Meiden besonders fruchtzuckerhaltiger Nahrungsmittel, so z.B. Birnen, Pflaumen, Weintrauben, Rosinen, Honig etc.. Besonders schlecht vertragen wird Fruktose (=Fruchtzucker) in Verbindung mit Sorbit (=Zuckeralkohol, Zuckerersatzstoff). Besser vertragen wird Fruktose zusammen mit Glukose (=Traubenzucker), wie eben auch im Haushaltszucker (Saccharose). Verschiedene Obstsorten werden individuell besser oder schlechter vertragen. Um die wichtigen Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe dennoch in ausreichender Menge zuzuführen sollte verstärkt auf das im allgemeinen verträglichere Gemüse (schonend zubereitet) ausgewichen werden. Mineralwässer und Vollkornprodukte sind ebenfalls wichtig. So ist eine „gesunde Ernährung“ in den meisten Fällen trotz Fruchtzuckerunverträglichkeit dennoch möglich,… beschwerdefrei!
Diagnose: Morbus Crohn Bauchschmerzen,anhaltende Durchfälle, Blähungen, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme,leichtes Fieber …Ursache könnte eine Chronische Darmentzündung sein.
An die 170.000 überwiegend junge Menschen leiden inDeutschland an einem Morbus Crohn. Zusammen mit der anderen wichtigen Form derChronischen Darmentzündungen, der Colitis ulzerosa und der noch seltendiagnostizierten Mikroskopischen Colitis (Colitis = Darmentzündung) sind inDeutschland 400.000 oft junge Menschen betroffen. Die Erkrankung beginnt meistzwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, aber auch Kinder können erkranken. Der Morbus Crohn isteine nicht kontinuierliche Entzündung die im ganzen Verdauungs- trakt, vom Mundbis zum After, in Schüben auftreten kann. Am häufigsten ist derÜbergangsbereich vom Dünn- in den Dickdarm betroffen. Die genaue Ursache istnoch nicht bekannt. Es handelt sich wohl um ein Zusammenwirken von Erbanlagenund Umwelt- einflüssen mit einer Störung der Abwehrfunktion der Darmwand. Feststeht, dass Rauchen einen sehr ungünstigen Einfluss auf die Erkrankung hat. Neben den obenbereits genannten Symptomen können andere Organsysteme in Mitleidenschaft sein.So kann es u.a. zu Gelenk- und Augenentzündungen, sowie Hauterscheinungenkommen. Sehr häufig treten Probleme am After auf. Ein erhöhtes Risiko fürDarmkrebs wird diskutiert weshalb es wichtig ist den Darm, v.a. bei längererKrankheitsdauer, regelmässig zu untersuchen. Die zuverlässigsteMethode eine Chronische Darmentzündung zu diagnostizieren ist dieDarmspiegelung (Koloskopie) mit Entnahme von Proben, die feingeweblichuntersucht werden. Leider ist der MorbusCrohn gegenwärtig unheilbar. Es gibt aber einige Medikamente mit deren Hilfe ergut behandelbar ist. Auch gibt es neue experimentelle Therapieansätze mitIndischem Weihrauch (Boswelia Serrata Extrakt) oder Eiern desSchweine-Peitschenwurmes (Trichuris suis), diese sind aber nicht alsStandardtherapie etabliert. Nicht selten kommt esim Verlauf einer Crohnerkrankung auf Grund einer Komplikation zur Notwendigkeiteiner Operation. Das klingt jetzt sehr schlimm, in der Realität kommen aberauch lange beschwerdefreie Phasen vor, in denen nicht behandelt werden muss.Wichtig aber: Nicht Rauchen! Im Zusammenhang miteinem Morbus Crohn kann auch eine Milch- und/oder Fruchtzuckerunverträglichkeitauftreten die bei einer sonst empfohlenen leichten Vollkost speziellediätetische Erfordernisse bedingt. Hier möchte ich abschließend noch eineBrücke zu meiner letzten Abhandlung über die Fruchtzuckerunverträglichkeit(„Obst kann schwindlig machen“) schlagen um ein mögliches Missverständnis auszuräumen:Natürlich ist Schwindel eher ein „exotisches“ Symptom einerFruchtzuckerunverträglichkeit, viel häufiger sind Bauchbeschwerden undselbstverständlich bin auch ich ein Anhänger einer Obst- und GemüsereichenErnährung („5 a day“).
Allgemein empfiehlt sich beim Reizdarm zunächst abzuklären in wieweit eine Frucht- oder Milchzuckerunverträglichkeit zusätzlich eine Rolle spielt und die Diät entsprechend anzupassen (siehe oben). Auch sollte eine latente Sprue ausgeschlossen sein. Allgemein sollten folgende Nahrungsmittel gemieden werden: Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Lauch, Kohl, Pilze, Spargel und Knoblauch. Ferner Zuckeralkohol (Sorbitol), wie in Diät-/ Diabetikerprodukten, Bonbons und Kaugummi enthalten. Hilfreich sein können wasserlösliche Ballaststoffe (Plantago ovata) und Probiotika, sowie Pfefferminz- und Kümmelöl, z.B. Enteroplant.